«Offensichtliche Malspuren wie Tropfen, Spritzer, Nasen und Farbverläufe und nicht ausdifferenzierte Bildpartien vergegenwärtigen die prozessuale und offene Arbeitsweise der Künstlerin, die sie nicht versteckt, glättet und übermalt, sondern den Betrachtern offen darlegt. Wir werden als Rezipienten mit hineingezogen, können ihr quasi über die Schulter gucken und am Bildfindungsprozess teilhaben, obwohl wir ein scheinbar abgeschlossenes Werk studieren. Wir entdecken in den wohl überlegten Kompositionen Freiräume für Zufälligkeiten und Zufall. Auch Abdrucke von Blättern und Blüten sind erkennbar …

… Ein subjektiver, emotionaler Blick auf die Natur bricht sich Bahn. „Ich brauche das Äußere, um ins Innere zu gehen!“, so Kerstin Mempel.»

Zitat: Dr. Sabine Behrens Kunsthistorikerin,
Museumsleiterin Künstlermuseum Heikendorf

Kerstin Mempel beim Malen im Hafen von Kiel

«Seit meiner Kindheit treibt mich eine wache Neugier in die Welt – zu unbekannten Landschaften, zu Sprachen, Ritualen und Stofflichkeiten, die das Miteinander der Kulturen prägen.»

In meinen Arbeiten interessiert mich die unmittelbare Auseinandersetzung mit dem Ort an dem ich mich aufhalte. Ich zeichne und male direkt vor Ort, dadurch habe ich die Möglichkeit konkreter Bezug zu nehmen, zu sortieren und zu reduzieren. Anders als beim Foto, kann ich mit der Zeichnung das Gesehene stärker aussortieren und für mich Wesentliche herausfiltern und weiterführen. Meine Arbeiten entstehen schwerpunktmäßig mit Aquarell, Farbstiften und Materialien vor Ort, z.B. Lavasand, Meerwasser, Tintenfischpaste, handgeschöpftem Papier, z.T. auf Leinwand, großformatigem Aquarellkarton oder anderen Bildträgern. Die Materialität spielt für mich eine große Rolle, da sie unmittelbar mit dem Ort und den Menschen oder der Natur verbunden ist.

Consent Management Platform von Real Cookie Banner